Dieser Artikel ist ein Beitrag von unserer langjährigen Kursteilnehmerin Jana Trautmann - vielen Dank, liebe Jana
Aktuell ist das perfekte Wetter für den sogenannten Zwiebel-Look, denn morgens ist es noch bitterkalt, sobald sich die Sonne blicken lässt, genügt jedoch ein leichtes Longsleeve oder gar ein T-Shirt. Ich bin daher ein großer Fan von Sweatshirtjacken: morgens schnell überziehen und sobald es zu warm wird, kann man sich dieser entledigen.
Viele schrecken jedoch vor dem Nähen dieses praktischen Begleiters zurück, da sie sich nicht an den Reißverschluss trauen. Und da kommt Courleys ins Spiel, denn im Kurs „Die perfekte Sweatshirtjacke nähen“ wird von der Anpassung des Schnittmusters über das Zusammennähen der einzelnen Teile bis hin zum Einnähen des Reißverschlusses alles detailliert und nachvollziehbar gezeigt und erklärt.
Da mein zehnjähriger Sohn unaufhaltsam wächst, wurde es nun Zeit für eine neue Sweatshirtjacke. Den Stoff dafür hat er sich natürlich selbst ausgesucht – aus dem Alter, dass ich für ihn nähen kann, was mir in den Kopf kommt, ist er inzwischen raus. Zudem ist „Schwarz – aber ein Dunkles!“ eine seiner liebsten Aussagen. Daher habe ich das grundsätzlich helle Panel mit einem schwarzen French Terry kombiniert und damit einen schönen Kontrast geschaffen.
Auf dem Foto seht ihr noch den braunen Kombistoff, der es erst werden sollte, aufgrund des ausgewählten Reißverschlusses jedoch nicht in Frage kam – meine Ideen ergeben sich oft während des Zuschneidens und Nähens, weshalb ursprüngliche Ansätze durchaus spontan wieder verworfen werden 😉
Teilungen covern
Ich persönlich liebe Teilungen, da ich dabei so schön mit einer meiner Covermaschinen spielen kann. Auf Wunsch meines Sohnes habe ich es diesmal jedoch schlicht Ton-in-Ton gehalten.
Im Dezember ist die baby lock Primo bei mir eingezogen und ich liebe die Nahtschatten-Einsätze, mit denen es ein Leichtes ist, in perfektem Abstand zu covern.
Doch auch wenn man einen solchen Fuß für die eigene Covermaschine nicht hat, kann man perfekte Covernähte setzen. Dazu gibt es auch ein sehr hilfreiches Freebie , in dem es um das exakte Positionieren von Covernähten geht.
In meinem Fall hatte ich die linke und mittlere Nadel eingesetzt und mich an der Markierung der rechten Nadel orientiert, um diese an der Stoffkante entlangzuführen.
Wie du siehst, beginne ich die Naht zudem mit einer sogenannten Hebamme – in meinem Fall ein Reststück Bündchenstoff - den ich unter den Nähfuß gelegt habe. So ist der Fuß gerade ausgerichtet und die Covernaht ist von Beginn an gleichmäßig, da der Stoff perfekt transportiert werden kann. Auch hier gibt es ein tolles Freebie.
Das Ergebnis sieht auch ohne Nahtschattenfuß 1a aus dank der Freebies - teste das gern selbst mal aus.
Bauchtasche mit der Covermaschine aufnähen
Wusstest du, dass du mit der Covermaschine nicht nur Teilungen ab-, sondern auch Bauchtaschen aufsteppen kannst? Ich mache das sehr gerne, da mir die schmale Covernaht einfach so gut gefällt. Hierfür faltest Du die Nahtzugabe einfach um, positionierst Deine Tasche und coverst sauber drüber.
Teilungen perfekt zusammenführen
Auch wenn im Sweatjacken-Kurs das Schnittmuster „Manuc“ von Meine Herzenswelt besprochen wird, ist der Kurs auf jede Art von Sweatshirtjacke anwendbar.
So habe ich mich für eines meiner absoluten Lieblings-Schnittmuster, den „Paco“ von Meine Herzenswelt, entschieden. Ich mag die Teilungen dabei unheimlich gerne, allerdings kann es schon eine kleine Herausforderung sein, diese perfekt übereinander zu bringen, damit ein schöner Übergang entsteht.
Ich zeige dir gern, wie ich dabei vorgehe. Wenn ich die Ärmel an das bereits an den Schultern zusammengenähte Vorder- und Rückteil stecke, fange ich mit den Teilungen sowohl vorne als auch hinten an. Ich lege mir diese ganz genau übereinander …
…und stecke das Ganze mit einer Stecknadel zusammen. Ich verwende dabei am liebsten die Gabelnadeln, da dabei wirklich nichts mehr verrutschen kann.
Bevor ich den restlichen Ärmel feststecke, kontrolliere ich einmal, ob die Teilung auch von der rechten Seite perfekt gesteckt ist. Ist das der Fall, fixiere ich den kompletten Ärmel mit Klammern und gehe an meine Overlock.
Nun kommt ein wichtiges Detail: für das Messer der Overlock ist es tödlich, wenn man über eine Stecknadel hinwegnäht, daher nähe ich langsam bis ganz dicht daran …
… ziehe die Nadel vorsichtig heraus und nähe langsam weiter. Auch wenn das Ganze recht aufwendig erscheint, entlohnt mich das Ergebnis.
Reißverschluss einnähen
Nachdem auch die Seitennähte geschlossen, Kapuze und Bündchen angenäht sind (diese Schritte werden im bereits erwähnten Kurs ausführlich erläutert), geht es an den Reißverschluss. Bei dehnbaren Stoffen geht für mich nichts über das flexible Nahtband von Vlieseline (Werbung wegen Markennennung) – als Monk achte ich sogar auf die Farbe und bügle auf helle Stoffe das weiße und auf dunkle Stoffe das schwarze Nahtband auf *lach*
Da die Reißverschlüsse in der Regel zu lang sind, wird dieser im nächsten Schritt an die Jackenlänge angepasst und entsprechend gekürzt. Auch das ist kein Hexenwerk und wird von Dennis im Kurs nachvollziehbar erklärt.
Der gut festgesteckte Reißverschluss wird anschließend mit dem entsprechenden Füßchen der Nähmaschine festgenäht, wobei der Reißverschluss oben liegt, damit das Ganze von der Maschine besser transportiert werden kann. Ja, ich habe leider erst auf den Bildern gesehen, dass ich vergessen habe, den Dualtransport zu aktivieren, wenn ich mit den D-Füßchen unterwegs bin. Ohne den Dualtransport ist immer die Gefahr, dass sich die Naht hinter dem Fuß leicht kräuselt. Hier hat meine Bernina das allerdings perfekt gelöst, weil alles entweder verstärkt war durch den Reißverschluß selbst oder in anderen Nähten durch die Vlieseline-Verstärkung.
Ist die eine Seite des Reißverschlusses angenäht, markiere ich mir alle wichtigen Übergänge mit Stecknadeln und fixiere anhand derer die andere Reißverschlusshälfte an der gegenüberliegenden Jackenseite. Das nähe ich dann fest.
Anschließend werden die Belege darübergelegt und auf der vorherigen Naht angenäht. Auch hier lege ich eine entsprechend dicke Hebamme unter den Reißverschlussfuß, da einige Lagen zusammenkommen und es der Maschine ohne nicht möglich wäre, mit der Naht sauber zu beginnen. Hier sieht man noch besser, dass der Dual nicht unten ist - immer schön dran denken ;O)))) gerade bei Nähten in leichteren Stoffen.
Der Feinschliff
Zu guter Letzt werden noch die Belege und auch die Kapuze abgesteppt, was ich in diesem Fall mit der Nähmaschine mit einer Stichlänge von 3,5 gemacht habe. Auch hier kam der Perfektionist wieder zum Vorschein und ich habe mehrfach das Garn – sowohl im Ober-, als auch Unterfaden – gewechselt, damit dieses stets perfekt zum Stoff passte. Bei mir „hüpft“ also nichts einfach von der Maschine, sondern braucht seine Zeit – dafür ist der Monk in mir glücklich und zufrieden 😉
Last but not least bügle ich das selbsterstellte Größenlabel ein, damit ich nachvollziehen kann, welche Kleidergröße das gute Stück hat. Beim Nähen für Kinder verliert man sonst schnell den Überblick!
Zum Abschluss möchte ich dir natürlich die fertige Sweatshirtjacke zeigen und bedanke mich ganz herzlich, dass du mich auf meiner kleinen Näh-Reise begleitet hast.
Ganz liebe Grüße,
Jana






Hallo Jana,
die Jacke für deinen Sohn ist echt toll geworden. Super Leistung. Die Erklärungen und Fotos sind sehr schön.
LG
Manuela