Softshelljacke mit Reflektorgarn nähen – Teil 2

Dieser Artikel ist ein Beitrag von unserer langjährigen Kursteilnehmerin Jana - vielen Dank, liebe Jana.

Weiter geht es mit dem Nähen der Softshelljacke. Wie schön, dass du mich dabei wieder begleitest!
Solltest du den ersten Teil noch nicht gelesen haben, findest du diesen hier.

Vorderteil mit Reißverschlusstaschen nähen

Nun geht es ans Nähen des Vorderteils. Dafür werden zunächst die Taschen vorbereitet, indem der Reißverschluss am unteren Jackenteil festgesteckt und mit Hilfe des Reißverschluss-Füßchens festgenäht wird. Dabei liegt der Reißverschluss für einen besseren Transport oben.

Der schwarze Taschenreißverschluss wird mit dem Reißverschlussfuß auf den Softshell genäht.

Anschließend werden das zweite untere Jackenteil an der anderen Reißverschlussseite sowie die Taschenbeutel entsprechend der Anleitung angenäht. Das Ganze wiederhole ich spiegelverkehrt mit der zweiten Tasche, sodass ich zwei Taschen erhalte. Hier zeige ich dir diese einmal von der linken und von der rechten Seite.

Zwei vorbereitete Reißverschlusstaschen mit schwarzer Softshellaußenseite und gemustertem Taschenfutter.

Taschen mit Reflektorgarn absteppen

Damit sich das Taschenfutter nicht im Reißverschluss vertüddelt, wird dieser knappkantig abgesteppt. Ich habe mich dabei wieder für meine Primo mit dem Reflektorgarn entschieden und bin vom Ergebnis ganz begeistert. An dieser Stelle konnte ich die Greiferspannung wieder auf 2 erhöhen, wodurch sich das Reflektorgarn besonders ordentlich gelegt hat.

Wie schon in Teil 1 beschrieben, verwende ich für diese Jacke noch SULKY CRY. Der inzwischen erhältliche, weiterentwickelte Nachfolger von GUNOLD heißt SULKY REFLECTIVE 30. Meine Erfahrungen und Einstellungen beziehen sich auf den Vorgänger.

Die Kante am Taschenreißverschluss wird mit Reflektorgarn im Deckstich der Baby Lock Primo abgesteppt.
Nahaufnahme der silbergrauen Deckstichnaht neben dem schwarzen Taschenreißverschluss.

Das unten überstehende Reißverschluss-Ende wird auf Höhe der Stoffkante abgeschnitten und der Taschenbeutel an der vorderen Kante innerhalb der Nahtzugabe mit der Nähmaschine fixiert, damit später nichts verrutscht. Nun wird das obere Vorderteil rechts-auf-rechts an dem so vorbereiteten unteren Vorderteil angenäht.

Schwarzes Vorderteil der Softshelljacke mit angesetztem oberen Schnittteil und schräg verlaufender Reißverschlusstasche.

Reflektierende Einsätze annähen

Als Nächstes werden die seitlichen Dreiecke – in meinem Fall aus Reflektor-Softshell – angenäht. Um nun die Nahtzugaben mit der Overlock versäubern zu können, ohne das Messer zu beschädigen, schneide ich innerhalb der Nahtzugaben die Reißverschluss-Zähnchen heraus.

Die Reißverschlusszähnchen innerhalb der Nahtzugabe werden vor dem Versäubern mit einer Schere entfernt.

Anschließend wird die versäuberte Nahtzugabe abgesteppt. Dabei ist meine Bernina kurzfristig in den Streik getreten, denn ich bin im Eifer des Gefechts ein wenig zu schwungvoll über den Reißverschluss hinweg. Die Nadel hat genau eines der Zähnchen getroffen und ist abgebrochen.

Die Bernina B 770 zeigt beim Absteppen der Softshelljacke im Reißverschlussbereich eine Fehlermeldung an.
Ein roter Pfeil markiert die abgebrochene Nadel über dem Nähfuß am Taschenreißverschluss.

Beim somit nötigen Nadelwechsel bin ich auf eine 90er Microtex umgestiegen und habe im Bereich des Reißverschlusses mit dem Handrad genäht. Diesmal hat alles problemlos geklappt ;-).

Den Reflektor-Softshell-Einsatz habe ich mit grauem Madeira Aerofil abgesteppt. Das zuvor verwendete SULKY CRY hat bei mir auf dieser speziellen Materialkombination auf der Nähmaschine nicht zuverlässig funktioniert. Für die reflektierenden Deckstichnähte an Taschen und Rücken kam es dagegen  erfolgreich als Legefaden meiner Primo zum Einsatz.

Grauer Reflektor-Softshell-Einsatz mit abgestepptem Rand unterhalb der Reißverschlusstasche.

Rückenteil und Ärmel der Softshelljacke vorbereiten

Inzwischen habe ich die Passe an das untere Rückteil angenäht und dabei, wie zuvor bereits ausführlich gezeigt, eine Reflektorpaspel zwischengesetzt.
Zudem habe ich die Nahtzugabe mit der Primo und dem Reflektorgarn SULKY CRY abgesteppt. Den weiterentwickelten Nachfolger findest du wie schon erwähnt bei GUNOLD unter SULKY REFLECTIVE 30.
An dieser Stelle lief das Garn wieder einwandfrei im Legefaden, sodass ich mich über ein sauberes Ergebnis freuen durfte.

Schwarzes Rückenteil der Softshelljacke mit angesetzter Passe, neongelber Reflektorpaspel und silbergrauer Deckstichnaht.

Vorder- und Rückteil nähe ich anschließend an den Schulternähten zusammen und steppe die Nahtzugaben ab. Die Kanten des Ärmelsaums fasse ich, wie beim Kragen, mit Falzgummi ein. Ich finde das eine sehr saubere Variante der Kantenversäuberung!

Zwei schwarze Softshellärmel mit Falzgummi an den offenen Saumkanten.

Kunstlederlabel am Ärmel aufnähen

Bevor ich die Ärmel einnähe, versehe ich den linken Ärmel mit einem Kunstleder-Label. Dafür benötige ich ein langes Quiltlineal, den Prym-Klebestift sowie das Label selbst.

Kunstlederlabel mit der Aufschrift „MAKE your own Magic“, Textilklebestift und Quiltlineal auf schwarzem Softshell.

Mit Hilfe des Lineals ermittle ich die Ärmelmitte auf Höhe der Achselnaht, bestreiche die Rückseite des Labels mit dem Kleber und fixiere dieses auf dem Softshell.

Nun nähe ich das Label laaaangsam fest, wobei ich gerne auf den Nähfuß 23 zurückgreife, um einen ungehinderten Blick auf das Label zu haben.

Das braune Kunstlederlabel wird mit einem transparenten Nähfuß auf den schwarzen Softshellärmel genäht.

Dabei deaktiviere ich das automatische Vernähen, damit das Kunstleder nicht durchlöchert wird. Stattdessen ziehe ich die losen Fäden auf die linke Seite, verknote diese dort und ziehe die überstehenden Fäden zwischen Label und Softshell hindurch.

Eine Handnähnadel zieht die braunen Fadenenden der Labelnaht auf die flauschige Innenseite des Softshells.

Ärmel einsetzen und Seitennähte schließen

Nun können die Ärmel anhand der Knipse festgesteckt, eingenäht und die Nahtzugaben versäubert werden. Vorher das automatische Vernähen wieder aktivieren! Anschließend werden die Seitennähte geschlossen, wobei dies im Bereich des eingesetzten Reflektor-Dreiecks durchaus ein wenig fuckelig ist, da „um die Ecke“ genäht wird. Das wird im Tutorial zu dem Schnitt jedoch wunderbar erklärt, sodass ich den Blogbeitrag nicht unnötig aufplustern möchte.

Geschlossene Seitennaht am grauen Reflektordreieck unterhalb der Reißverschlusstasche.

Kragen, Saumbeleg und Reißverschluss annähen

Nun muss noch der Kragen angenäht werden. Dabei ist der Reißverschluss-Fuß durchaus empfehlenswert, um problemlos an den Druckknöpfen vorbeinähen zu können.

Der Kragen wird mit dem Reißverschlussfuß angenäht, um an den bereits eingesetzten Druckknöpfen vorbeizunähen.

Die Belegteile aus neongelbem Softshell habe ich inzwischen zusammengenäht, sodass diese am Saum der Jacke angenäht werden können.

Neongelber Saumbeleg an der unteren Jackenkante mit grauem Reflektordreieck und Reißverschlusstasche.

Nun wird der Reißverschluss eingenäht. Ich habe diesen zunächst auf die passende Länge gekürzt. Wie man dies genau macht, wird beispielsweise in diesem Kurs gezeigt.

 Beim Einnähen der beiden Reißverschlussteile achte ich darauf, dass die Teilungsnaht der Vorderteile exakt auf einer Höhe ist; ebenso die Kragenansatznaht.

Neongelber Frontreißverschluss am schwarzen Kragen mit auf gleicher Höhe liegenden Kragenansatznähten.

Die offene Kante des Saumbelegs fasse ich ebenfalls mit Falzgummi ein.

Die offene Kante des neongelben Saumbelegs wird mit schwarzem Falzgummi eingefasst.

Verstellbaren Gummizug in den Saum einarbeiten

Ich habe mich dazu entschieden, einen Gummizug in den Beleg einzuarbeiten. Dafür habe ich in gleichmäßigem Abstand zu den Seitennähten jeweils zwei Ösen gesetzt...

Mit einer Presse werden Ösen für den Gummizug in den neongelben Saumbeleg eingesetzt.
Zwei Metallösen im neongelben Saumbeleg neben der Seitennaht, darunter die schwarze Falzgummieinfassung.

... durch die ich neongelbes Rundgummi gezogen und mit Kordelstoppern versehen habe. Die Enden des Rundgummis habe ich vorne am Beleg der Jacke mit der Nähmaschine fixiert. Anschließend habe ich den Beleg nach innen geklappt und mit unzähligen Klammern das Rundgummi im Stoffbruch fixiert, um dieses beim Absteppen des Belegs nicht versehentlich festzunähen.

Der nach innen geklappte Saumbeleg mit neongelbem Rundgummi und Kordelstopper wird mit Stoffklammern fixiert.
Der mit schwarzem Falzgummi eingefasste Saumbeleg wird neben dem gemusterten Taschenbeutel festgesteppt.

Damit der Gummizug nicht aus der Jacke herausschaut, habe ich aus Falzgummi kleine Schlaufen genäht und das Ganze damit innerhalb der Nahtzugabe der Taschenbeutel fixiert.

Eine schwarze Falzgummischlaufe hält den neongelben Gummizug mit Kordelstopper an der Nahtzugabe des Taschenbeutels.
Außenansicht des abgesteppten Jackensaums mit grauem Reflektordreieck und neongelber Innenseite.

Last but not least werden die Ärmel gesäumt und der Reißverschluss abgesteppt – und damit ist die Jacke fertig! Ein umfangreiches Projekt, das einen umfangreichen Blogbeitrag mit sich gebracht hat. Vielen Dank, dass du mich auf dieser (langen) Reise begleitet hast. Ich hoffe, du konntest ein paar Tipps für dich mitnehmen und freue mich auf dein Feedback!

Wenn du auch eine Softshelljacke nähen möchtest, schau dir unbedingt den Softshelljackenkurs an. Ich habe wirklich sehr viel gelernt.

Liebe Grüße,
Deine Jana

Zum Softshelljacken-Kurs

Die fertige Softshelljacke im Detail

Vorderansicht der fertigen schwarzen Softshelljacke „Jacky“ mit Kapuze, neongelbem Frontreißverschluss und zwei Reißverschlusstaschen.
Seitenansicht der fertigen Softshelljacke mit Kapuze, braunem Ärmellabel und grauem Reflektoreinsatz am Saum.
Detail der schwarzen Reißverschlusstasche an der Softshelljacke mit silbergrauen Deckstichnähten und grauem Reflektordreieck am Saum.
Aufgenähtes braunes Kunstlederlabel mit der Aufschrift „MAKE your own Magic“ am schwarzen Softshellärmel.
Geöffneter schwarzer Jackenkragen mit neongelber Innenseite und neongelbem Frontreißverschluss.
Detail der schwarzen Kapuze mit neongelber Reflektorpaspel, silbergrauer Deckstichnaht und Druckknöpfen zur Befestigung am Kragen der Softshelljacke.
Rückansicht der Softshelljacke bei Lichteinfall mit hell reflektierenden Paspeln und Deckstichnähten an Kapuze und Rückenpasse.
Innenansicht der Softshelljacke mit gemustertem Taschenbeutel, neongelbem Saumbeleg und verstellbarem Gummizug mit schwarzem Kordelstopper.
Rückenansicht der fertigen schwarzen Softshelljacke „Jacky“ mit reflektierenden Details an Kapuze und Rückenpasse.
Geöffnete Reißverschlusstasche mit Hogwarts-Musterfutter und silbergrauen Deckstichnähten an der schwarzen Softshelljacke.

2 Meinungen zu “Softshelljacke mit Reflektorgarn nähen – Teil 2”

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