Dieser Artikel ist ein Beitrag von unserer langjährigen Kursteilnehmerin Jana - vielen Dank, liebe Jana.
Weiter geht es mit dem Nähen der Softshelljacke. Wie schön, dass du mich dabei wieder begleitest!
Solltest du den ersten Teil noch nicht gelesen haben, findest du diesen hier.
Vorderteil mit Reißverschlusstaschen nähen
Nun geht es ans Nähen des Vorderteils. Dafür werden zunächst die Taschen vorbereitet, indem der Reißverschluss am unteren Jackenteil festgesteckt und mit Hilfe des Reißverschluss-Füßchens festgenäht wird. Dabei liegt der Reißverschluss für einen besseren Transport oben.
Anschließend werden das zweite untere Jackenteil an der anderen Reißverschlussseite sowie die Taschenbeutel entsprechend der Anleitung angenäht. Das Ganze wiederhole ich spiegelverkehrt mit der zweiten Tasche, sodass ich zwei Taschen erhalte. Hier zeige ich dir diese einmal von der linken und von der rechten Seite.
Taschen mit Reflektorgarn absteppen
Damit sich das Taschenfutter nicht im Reißverschluss vertüddelt, wird dieser knappkantig abgesteppt. Ich habe mich dabei wieder für meine Primo mit dem Reflektorgarn entschieden und bin vom Ergebnis ganz begeistert. An dieser Stelle konnte ich die Greiferspannung wieder auf 2 erhöhen, wodurch sich das Reflektorgarn besonders ordentlich gelegt hat.
Wie schon in Teil 1 beschrieben, verwende ich für diese Jacke noch SULKY CRY. Der inzwischen erhältliche, weiterentwickelte Nachfolger von GUNOLD heißt SULKY REFLECTIVE 30. Meine Erfahrungen und Einstellungen beziehen sich auf den Vorgänger.
Das unten überstehende Reißverschluss-Ende wird auf Höhe der Stoffkante abgeschnitten und der Taschenbeutel an der vorderen Kante innerhalb der Nahtzugabe mit der Nähmaschine fixiert, damit später nichts verrutscht. Nun wird das obere Vorderteil rechts-auf-rechts an dem so vorbereiteten unteren Vorderteil angenäht.
Reflektierende Einsätze annähen
Als Nächstes werden die seitlichen Dreiecke – in meinem Fall aus Reflektor-Softshell – angenäht. Um nun die Nahtzugaben mit der Overlock versäubern zu können, ohne das Messer zu beschädigen, schneide ich innerhalb der Nahtzugaben die Reißverschluss-Zähnchen heraus.
Anschließend wird die versäuberte Nahtzugabe abgesteppt. Dabei ist meine Bernina kurzfristig in den Streik getreten, denn ich bin im Eifer des Gefechts ein wenig zu schwungvoll über den Reißverschluss hinweg. Die Nadel hat genau eines der Zähnchen getroffen und ist abgebrochen.
Beim somit nötigen Nadelwechsel bin ich auf eine 90er Microtex umgestiegen und habe im Bereich des Reißverschlusses mit dem Handrad genäht. Diesmal hat alles problemlos geklappt ;-).
Den Reflektor-Softshell-Einsatz habe ich mit grauem Madeira Aerofil abgesteppt. Das zuvor verwendete SULKY CRY hat bei mir auf dieser speziellen Materialkombination auf der Nähmaschine nicht zuverlässig funktioniert. Für die reflektierenden Deckstichnähte an Taschen und Rücken kam es dagegen erfolgreich als Legefaden meiner Primo zum Einsatz.
Rückenteil und Ärmel der Softshelljacke vorbereiten
Inzwischen habe ich die Passe an das untere Rückteil angenäht und dabei, wie zuvor bereits ausführlich gezeigt, eine Reflektorpaspel zwischengesetzt.
Zudem habe ich die Nahtzugabe mit der Primo und dem Reflektorgarn SULKY CRY abgesteppt. Den weiterentwickelten Nachfolger findest du wie schon erwähnt bei GUNOLD unter SULKY REFLECTIVE 30.
An dieser Stelle lief das Garn wieder einwandfrei im Legefaden, sodass ich mich über ein sauberes Ergebnis freuen durfte.
Vorder- und Rückteil nähe ich anschließend an den Schulternähten zusammen und steppe die Nahtzugaben ab. Die Kanten des Ärmelsaums fasse ich, wie beim Kragen, mit Falzgummi ein. Ich finde das eine sehr saubere Variante der Kantenversäuberung!
Kunstlederlabel am Ärmel aufnähen
Bevor ich die Ärmel einnähe, versehe ich den linken Ärmel mit einem Kunstleder-Label. Dafür benötige ich ein langes Quiltlineal, den Prym-Klebestift sowie das Label selbst.
Mit Hilfe des Lineals ermittle ich die Ärmelmitte auf Höhe der Achselnaht, bestreiche die Rückseite des Labels mit dem Kleber und fixiere dieses auf dem Softshell.
Nun nähe ich das Label laaaangsam fest, wobei ich gerne auf den Nähfuß 23 zurückgreife, um einen ungehinderten Blick auf das Label zu haben.
Dabei deaktiviere ich das automatische Vernähen, damit das Kunstleder nicht durchlöchert wird. Stattdessen ziehe ich die losen Fäden auf die linke Seite, verknote diese dort und ziehe die überstehenden Fäden zwischen Label und Softshell hindurch.
Ärmel einsetzen und Seitennähte schließen
Nun können die Ärmel anhand der Knipse festgesteckt, eingenäht und die Nahtzugaben versäubert werden. Vorher das automatische Vernähen wieder aktivieren! Anschließend werden die Seitennähte geschlossen, wobei dies im Bereich des eingesetzten Reflektor-Dreiecks durchaus ein wenig fuckelig ist, da „um die Ecke“ genäht wird. Das wird im Tutorial zu dem Schnitt jedoch wunderbar erklärt, sodass ich den Blogbeitrag nicht unnötig aufplustern möchte.
Kragen, Saumbeleg und Reißverschluss annähen
Nun muss noch der Kragen angenäht werden. Dabei ist der Reißverschluss-Fuß durchaus empfehlenswert, um problemlos an den Druckknöpfen vorbeinähen zu können.
Die Belegteile aus neongelbem Softshell habe ich inzwischen zusammengenäht, sodass diese am Saum der Jacke angenäht werden können.
Nun wird der Reißverschluss eingenäht. Ich habe diesen zunächst auf die passende Länge gekürzt. Wie man dies genau macht, wird beispielsweise in diesem Kurs gezeigt.
Beim Einnähen der beiden Reißverschlussteile achte ich darauf, dass die Teilungsnaht der Vorderteile exakt auf einer Höhe ist; ebenso die Kragenansatznaht.
Die offene Kante des Saumbelegs fasse ich ebenfalls mit Falzgummi ein.
Verstellbaren Gummizug in den Saum einarbeiten
Ich habe mich dazu entschieden, einen Gummizug in den Beleg einzuarbeiten. Dafür habe ich in gleichmäßigem Abstand zu den Seitennähten jeweils zwei Ösen gesetzt...
... durch die ich neongelbes Rundgummi gezogen und mit Kordelstoppern versehen habe. Die Enden des Rundgummis habe ich vorne am Beleg der Jacke mit der Nähmaschine fixiert. Anschließend habe ich den Beleg nach innen geklappt und mit unzähligen Klammern das Rundgummi im Stoffbruch fixiert, um dieses beim Absteppen des Belegs nicht versehentlich festzunähen.
Damit der Gummizug nicht aus der Jacke herausschaut, habe ich aus Falzgummi kleine Schlaufen genäht und das Ganze damit innerhalb der Nahtzugabe der Taschenbeutel fixiert.
Last but not least werden die Ärmel gesäumt und der Reißverschluss abgesteppt – und damit ist die Jacke fertig! Ein umfangreiches Projekt, das einen umfangreichen Blogbeitrag mit sich gebracht hat. Vielen Dank, dass du mich auf dieser (langen) Reise begleitet hast. Ich hoffe, du konntest ein paar Tipps für dich mitnehmen und freue mich auf dein Feedback!
Wenn du auch eine Softshelljacke nähen möchtest, schau dir unbedingt den Softshelljackenkurs an. Ich habe wirklich sehr viel gelernt.
Liebe Grüße,
Deine Jana
Die fertige Softshelljacke im Detail






Danke, danke, danke, liebe Susanne – das freut mich sehr!
Viele Grüße
Jana
Absolut genialer Blogbeitrag liebe Jana