Alles rund um den Saum – Folge 6

Wie wird der Saum richtig schön?

Worauf kann ich beim Nähen achten?

Starten wir in den zweiten Teil zum Thema: Wie wird der Saum richtig schön?

Ob wir jetzt Hilfsmittel zum Säumen benötigen oder nicht, beim Nähen stoßen wir oft auf kleine Hindernisse, die uns alle betreffen. Der eine hat weniger, der andere hat mehr Probleme damit und kann regelrecht daran verzweifeln. Mit kleinen Tricks und richtigem Vorgehen können wir diesen Schwierigkeiten entgegenwirken.

Wie bekommen wir einen Saum von Anfang bis Ende hin, ohne dass wir ihn zig Mal auftrennen müssen? Wir möchten den Saum in einem Rutsch gerade und sauber durch die Maschine bringen. Die Vorarbeiten wie Bügeln usw. sind abgeschlossen und wir sitzen wieder an unserer Nähmaschine, Overlock oder Cover.

Schwierige Stellen beim Säumen

Wo fängst Du eigentlich mit der Saumnaht an? Direkt auf der Seitennaht? Such Dir lieber eine flache Stelle. Ein Anfang auf der Rückseite, ein paar Zentimeter vor der Seitennaht ist ideal. Der Nähfuß liegt gerade auf, so dass Du die Naht ordentlich beginnen kannst.

Alles läuft super, bis Du zu den Seitennähten kommst. Da zickt die Nähmaschine oder Cover rum und frisst sich regelrecht fest. Leg die Innennähte an dieser Stelle gegengleich, das bedeutet, die eine Nahtzugabe in die eine Richtung, die andere in die andere. Der Stoff liegt viel flacher und das Nähfüßchen muss keinen großen Berg überwinden. Sollte der Stoff vor dem Nähfuß eine kleine Welle bilden, hebe ihn ganz minimal vorne mit den Fingern an und streiche den Stoff glatt. Aber nicht das Nähfüßchen am Hebel liften.

Wenn`s gar nicht fluscht, dann probier mal das Avalon Film, welches man eigentlich zum Sticken nutzt. Das Saumstück an der schwierigen Stelle, also der Seitennaht, mit einem Stück Avalon abdecken und langsam nähen. Da es sich um ein auswaschbares Vlies handelt, kannst Du es danach einfach auswaschen.

Tipps für das Nähen mit der Einzelumschlager an der Cover findest Du in unserem Tutorial “Säumen mit dem Einzelumschlagern”.

Einmal rum genäht, kommen wir wieder zu unserem Anfang. Ein paar Stiche über den Anfang nähen und die Naht sichern. So kannst Du Deinen Saum sauber schließen. In unserem Freebie “Covernahtabschlüsse” ist der Abschluss der Covernaht ganz einfach erklärt.

Ärmelsaum unter der Nähmaschine / Cover

Bisher ist das alles ganz gut machbar, da unser Saum locker unter die Nähmaschine passte. Bei Ärmelsäumen sieht das schon anders aus. Der Freiarm der Nähmaschine kann zu groß sein für schmale Kinderärmel. Es gibt einen einfachen Trick: Den Ärmel auf links drehen. Dann den Saum umschlagen, dass er außen um den Ärmel läuft. Den Nähfuß im Ärmel positionieren und innen nähen. So dürftest Du keine Probleme mehr haben.

Wie bekommen wir einen gleichmäßigen Rollsaum hin?

Nun haben wir den Rollsaum in den letzten Beiträgen so gelobt. Klar, dass wir hier auch einige Tipps haben, damit Du mit Deinem Rollsaum angeben kannst.

Zunächst schließen wir die Seitennähte vom Bein, dem Ärmel oder dem Kleid mit der Ovi, damit wir einen geschlossenen Rollsaum nähen können. Die rechte Seite des Stoffes liegt oben und wir beginnen wieder an einer glatten Stelle, ein Stückchen vor der Seitennaht. Um nicht quer in den Stoff zuschneiden, kannst du ein kleines Stück der Nahtzugabe, so 2-3 cm, rausschneiden und den Anfang der Nahtzugabe ans Messer legen.Das Garn haben wir auf den Stoff abgestimmt. Stickgarne eigenen sich sehr gut für dünne Stoffe wie Organza, Batist oder Spitze. Bei Jersey greifen wir zu Bauschgarnen, Decorgarnen oder für ein bisschen Glitzer im Leben zu Glamourgarnen. Diese legen sich breiter und dichter um die Schnittkante. Benötigen aber auch mehr Platz. Die Stichlänge hängt von der Beschaffenheit des Garns ab. Je dicker das Garn, desto größer die Stichlänge.

Bekommst Du einen Knubbelsaum, so, als wenn der Jersey zwischendurch deine Naht auseinanderdrückt, schau, ob Du ein deutlich dickeres Garn nehmen kannst oder die Stichlänge größer wählst. Der Jersey hat so mehr Platz zum Entspannen. Zur Not kannst Du auch hier ein Stück Avalon auf die Schnittkante legen. Das Avalon drückt den Jersey nach unten. Probiere an einem restlichen Stoffstück ein wenig rum, bis es passt und der Saum schön gleichmäßig ist.

Stabilität im gewellten Rollsaum

Ein gewellter Rollsaum ist immer ein Hingucker. Nur schade, wenn die Wellen perfekt aus der Overlock kommen, aber nicht halten. Einmal dran gezogen oder nach der ersten Wäsche wirken sie wie ausgeleiert oder sind mal größer und mal kleiner geworden. Abhilfe kann hier ein ungedehntes Beilaufgarn schaffen. Es stabilisiert den Saum und die Wellen bleiben. Natürlich auch in einem einfachen Rollsaum. Um das Beilaufgarn in Deinen Rollsaum einzuführen, benutzen wir an den Babylockmaschinen gerne den Gummibandfuss. Dieser hat ein kleines Loch, durch das der Faden geführt werden kann und so vom Rollsaumgarn miteingeschlossen wird. Bestimmt hat irgendein Füßchen Deiner Overlock auch so ein Löchlein.Sieh sie Dir mal genau an.

Rollsaum sauber schließen

Fehlt nur noch ein sauberer Abschluss. Wir nähen bis zum Anfang unseres Rollsaums, bis das Messer den Anfang abgeschnitten hat. Dann klappen wir das Messer weg, damit wir nicht in unseren Nahtanfang schneiden. Langsam einige Stiche über den Anfang nähen. Wer mag, kann dies auch gerne mit dem Handrad machen. Ist der Rollsaum geschlossen, schneiden wir unser Beilaufgarn ab und nähen den Rollsaum bis zu unserer Seitennaht. Dann klappen wir das Füßchen hoch und legen den Stoff im 90-Grad-Winkel nach hinten. Nachdem wir den Nähfuß wieder gesenkt haben, nähen wir einfach gerade raus.  Die Fadenraupe wird mit Hilfe einer Fangnadel in die Seitennaht gezogen und dort mit ein paar Stichen auf der Naht festgesteppt.

Diesen und noch viel mehr Tipps findest Du in unserem Tutorial „Der Rollsaum auf der Overlock“.

Kniffe beim runden Saum

Jetzt im Frühling nähen wieder viele für Ihre Mädels süße Sommerkleider aus Jersey. Diesmal soll es aber vielleicht kein Rollsaum werden, sondern ein eingeschlagener runder Saum. Wir stehen also vor dem Problem, dass die Schnittkante länger ist als die Kante, an der diese festgenäht wird. Der Stoffüberschuss muss irgendwo hin. Je schmaler der Saum, desto geringer ist dieser Überschuss. Klar, dass wir einen schmaleren Saum auswählen sollten. Die Falten, die sich trotzdem beim Umschlagen ergeben, da ja die Schnittkante immer noch länger ist, lassen sich zuvor durch das Versäubern mit der Overlock reduzieren. Dabei ist es wichtig, den Differential an der Overlock höher zu stellen. Der Stoff „kräuselt“ sich ein wenig ein. Wenn wir ihn jetzt einschlagen, dürften die Falten geringer sein. Beachten wir diese beiden Sachen, gelingt uns ein glatter eingeschlagener Saum.

Bist Du beim Nähen eines Saumes auch schon einmal auf Schwierigkeiten gestoßen, die wir hier nicht aufgeführt haben? Wir freuen uns sehr, wenn Du uns diese per E-Mail sendest. Wenn Du sogar eine Lösung hast, schreib sie einfach gleich mit dazu.

Demnächst geht’s weiter zum Thema: Wie wird mein Saum richtig schön?

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