Alles rund um den Saum – Folge 7

Wie wird der Saum ganz besonders?

Kannst Du Dich noch an den Beginn unseres Monatsthemas „Der Saum“ erinnern? Das ist mittlerweile fast 7 Wochen her. Es ging darum, dass der Saum für die Gesamtwirkung Deines Kleidungsstückes wichtig ist und den Stil unterstützen soll. Viele verschiedene Aspekte haben wir uns in den letzten Wochen angesehen, doch eins liegt uns noch besonders am Herzen: Wie kannst Du aus Deinem Saum einen echten Hingucker zaubern? Vielleicht hast Du etwas ganz Schlichtes unter der Nadel und möchtest es durch den Saum aufwerten. Dem Kleidungsstück einen gewissen Look oder edlen Touch verpassen.

Na? Haben wir Dich neugierig gemacht? Die Nähwelt bietet so viele tolle Dinge, wie man einen Saum gestalten kann. Wir haben einige hier zusammengetragen, so dass Du Deinen Saum ganz individuell verschönern kannst. :o)))

Die Vielfalt der Garne

Einen Saum nähen wir mit einer Nähmaschine oder per Hand. Dazu benötigen wir Garn. Garne gibt es in den unterschiedlichsten Farben, Strukturen und Dicken. Möchten wir, dass der Saum eher unauffällig ist, wählen wir ein Garn in derselben Farbe wie der Stoff ist. Um Akzente zu setzen, darf der Faden gern in einer Kontrastfarbe sein. Mit den Farben sind Dir keine Grenzen gesetzt. Hier kannst Du spielen und Dich austoben. Vielleicht nutzt Du sogar in einer Overlocknaht farblich unterschiedliche Garne in den Nadeln und den Greifern. Interessiert Dich das Thema Farben näher, so findest Du ganz viele Hintergründe zum Kombinieren von Farben in unsere Blogserie Farben. Hier geht es zur ersten Folge.

Für Rollsäume oder Covernähte gibt es eine große Auswahl an dicken Garnen. Ob ein unifarbenes Bauschgarn, ein Multicolorgarn mit Farbverlauf, ein glitzerndes Glamourgarn, ein Decorgarn … die Regale im Handel lassen keine Wünsche übrig. Aber auch dünnere Garne, wie Stickgarne, lassen einen Rollsaum an dünnen Stoffen sehr edel aussehen.

Die Entscheidung, welches Garn man nutzen möchte, kann manchmal ganz schön schwerfallen. Behalte aber immer im Hinterkopf, dass das Garn zum Stoff passt. Je dicker der Stoff desto dicker sollte auch das Nähgarn sein. Zum Verstehen und Einsetzen von dickem dekorativen Garn für plastische Covernähte schaue gerne in unser Videotutorial “Decorgarne in der Blcs”.

Besondere Nähte

Die Nähmaschine

Wenn das Garn einmal gefunden ist, hast Du auch bei den Nähten viele Möglichkeiten zum Gestalten. Deine Nähmaschine kann nämlich nicht nur geradeaus nähen. Die meisten Maschinen verfügen über zahlreiche Zierstiche. Nimm Dir einfach mal die Zeit und probiere sie aus. Auch ein Zierstich sieht ganz toll aus am Saum.

Die Cover

Die Coverstitch oder Coverlock bietet uns nicht nur die 3-Nadel-Covernaht. Lass doch einfach mal eine Nadel raus und nähe mit nur 2 Nadeln. Hier kannst Du sogar variieren, ob Du die mittlere oder eine der äußeren Nadeln weglässt und so eine breite oder schmale Naht erhältst. Sieht gleich ganz anders aus, oder?

Und eine Covernaht kann man auch einfach mal von der anderen Seite nähen, sodass der Greiferfaden auf der rechten Seite sichtbar ist. Wirkt viel sportlicher. Gerade beim Kettstich, der nur mit einer Nadel genäht wird, entsteht auf der Greiferseite eine erhabene Naht, die durch Decorgarne einen interessanten Effekt erzielt.

Noch weitere Tipps und Tricks findest Du in unserem Freebie “Covernähte perfekt positionieren” und unserer Videoaufzeichnung “Grundlagen des Coverns- Aufzeichnung eines Live-Onlinekurses”.

Die Overlock

Kommen wir zur Overlock. Die Wavenaht der Overlocker von Babylock ist ebenfalls ein tolles Gestaltungeselement und lässt sich nicht nur als Rollsaum sondern auch als Rollnaht für Akzente in Deinem Kleidungsstück verwenden. Durch Bauschgarn erhalten wir eine schöne dichte Naht. Wie sie genäht werden, findest Du in unserem Tutorial “Wavenähte der Babylock”.

Was jedoch oft unterschätzt wird und auch von den wenigsten verwendet wird, ist die Flatlocknaht. Auch bekannt als Flachnaht. Statt mit der 4-fädigen Naht der Overlock kannst Du mit dieser Bündchen an Hals-, Arm- und Saum annähen. Sogar das „faule Bündchen“ oder eine angenähte Spitze wirkt mit der Flatlocknahtnochmal ganz anders. Variiere auch gerne mit dickeren Garnen. Hier findest Du “Anwendungsgebiete der Flachnaht” und wenn Du Deine Overlock in der Suchfunktion in unserem Shop eingiebst, findest Du bestimmt die richtigen Tutorials, wie Du auf Deiner Maschine eine Flachnaht nähen kannst.

Säume mal anders

Der Lagenlook

Wer kennt ihn nicht, den Lagenlook oder wie er eigentlich richtig heißt: Layeringlook?! Verschiedene Kleidungsstücke werden dabei übereinander kombiniert und stufenweise getragen. Beim Säumen können wir uns einen Fake-Lagenlook ganz einfach zaubern. Nehme wir z.B. ein Shirt.

Du schneidest Dir einen Jerseystreifen in der Länge Deines Saumes abzüglich eines Zentimeters zu und nähst die beiden kurzen Enden rechts auf rechts zusammen, so dass Du einen Ring erhältst. Die Breite des Stoffstreifens hängt davon ab, wie lang Dein Saum rausschauen soll. Jetzt säumst Du Deinen Jerseystreifen, schlägst ihn an einer langen Seite zum Beispiel um 2,5 cm ein und steppst Ihn mit der Nähmaschine oder der Cover ab. Dein Shirt drehst Du jetzt auf die linke Seite und schlägst auch hier den Saum um 2,5 cm um. Wir empfehlen Dir diesen zu bügeln und mit Nadeln oder Stoffklammern festzustecken. Abgesteppt wird er noch nicht. Deinen Jerseystreifen drehst Du nun ebenfalls auf links und steckst die nicht versäumte Kante auf die umgeklappte Kante Deines Shirtsaums. Dabei liegen die rechten Seiten aufeinander. Stecke Deinen Streifen ringsum und achte darauf, dass die Seitennähte aufeinandertreffen. Der Streifen wird leicht gedehnt. Jetzt nähst du den Stoffstreifen nur noch auf Dein Shirt und Dein Fake-Lagenlook ist fertig.

Beim Säumen der Fake-Lage kannst Du natürlich auch andere Varianten zum Säumen nehmen, wie einen Rollsaum, ein Schrägband oder Du lässt den Jersey einfach einrollen, um einen lässigen Look zu unterstützen.

Und wer sagt, dass es nur eine Fake-Lage sein darf?! Schau Dir mal den Saum von dem Kleidchen an. Dort sind die beiden unteren Säume an dem Unterkleid festgenäht. Bei dem Kleidsaum ist die Spitze draufgenäht, der mittlere Musselin ist einfach eingeklappt und beim untersten Ankerstoff schließt die Spitze den Saum ab. Hier haben wir drei Säume, die perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Die Rüschen

Einen romantisch verspielten Look für Kleider, Tuniken oder Röcke erhält man durch Rüschen. Rüschen sind eigentlich nichts anderes als unterschiedlich stark gekäuselte oder gefaltete Bänder aus Stoff oder Spitze, die an ein Kleidungsstück genäht werden. Der Saumabschluss kann hier eingeklappt oder als Rollsaum genäht werden. Orientiere Dich da am besten wieder an der Stoffart und dem gewünschten Look.

Der Tunnelzug

Damit der Saum einer Hose enger am Bein sitzt, finden wir in einigen Schnittmustern Anleitungen für einen Tunnelzug. In diesen wird meist ein Gummiband eingenäht. Viel schöner sieht es aber aus, wenn der Tunnelzug mit Ösen kombiniert wird. Ein eingezogenes Band oder eine Kordel kann außen durch Kordelstopper oder einer einfachen Schleife die Blicke auf sich ziehen. Gerade, wenn die Hose eine ¾-Länge hat, ist der Tunnelzug mit Ösen und Band ein toller Saumabschluß.

Tunnelzug an einem Shirt? Ja, das geht und kann eine Alternative zu einem Bündchen sein.  Du schneidest Dir einen Bündchen- oder Jerseystreifen in der Länge Deines Saumes. Nähst die kurzen Enden aber nicht zusammen, sondern schlägst diese jeweils zur linken Seite ca. 1 cm ein und steppst sie ab. Lege den Streifen mit der langen Seite in den Bruch und stecke Ihn auf die Saumkante Deines Shirts, so wie Du es mit einem Bündchen machen würdest.  Der Anfang und dass Ende treffen an der Seitennaht aufeinander und überlappen minimal. Der Streifen ist leicht gedehnt. Jetzt wie gewohnt mit der Overlock festnähen. Wenn Du magst, klappe die Nahtzugabe in das Shirt und steppe sie mit einem elastischen Stich ab. Durch den Tunnel kannst du nun ein Band oder eine Jerseynudel ziehen und den Saum raffen oder locker fallen lassen. Zum Schluss einfach eine schöne Schleife binden.

Jetzt haben wir ein paar Ideen für einen unverwechselbaren Saum gefunden. Von Garnen, über Stiche bis hin zu Fake-Säumen oder einem Tunnelzug gibt es unzählige Möglichkeiten den Saum an das Kleidungsstück anzupassen. Nächste Woche geht’s in unserem letzten Teil darum, wie Dein Saum zu einem echten Blickfang wird. Schau gerne vorbei.

Dein Courleys-Team

Unsere Videos!

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Videotutorial „Decorgarne auf der Blcs“

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Grundlagen des Coverns (Aufzeichnung eines Live-Onlinekurses)

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Videotutorial „Die Wavenähte der Babylock“

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Videotutorial „Anwendungsgebiete der Flachnaht“

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