Wie wird der Saum richtig schön? Der Saum als Blickfang? Folge 4.4

Wie wird der Saum richtig schön?

Wie wird der Saum zu einem Blickfang?

2 Monate rund um Säume liegen jetzt hinter uns. Wer träumt auch schon davon? Zu Beginn der Recherche war uns nicht bewusst, wie umfangreich das Thema ist und sicherlich sind Ergänzungen an der ein oder anderen Stelle noch möglich. Wir kommen nun zum letzten Teil und möchten Dir einige letzte Ideen an die Hand geben, quasi das I-Tüpfelchen, wie Du Deinen Saum zu einem regelrechten Hingucker machen oder kleine Missgeschicke verstecken kannst.

Aufpeppen, pimpen, verschönern, schmücken, dekorieren, aufbrezeln, tunen….wie immer man es auch nennen mag, um unseren Saum effektvoller gestalten zu können. Mit einigen Accessoires lassen sich sogar kleine Fehler, Flecken oder Löcher „reparieren“. Vielleicht ist die Saumnaht an einer Stelle nicht ganz gerade oder beim Kürzen der Nahtzugabe mit einer Applikationsschere haben wir versehentlich in den Saum geschnitten. Stopp! Erstmal kein Grund zur Panik, vielleicht können wir den Saum noch retten. Schauen wir uns mal an, was so geht.

Webbänder

Ein Dekorationselement schlechthin sind Webbänder. Für Nähanfänger genauso geeignet wir für alle anderen. Es gibt eine große Vielfalt an Farben, Motiven, Mustern und Breiten. Wähle ein passendes Design zu Deinem Kleidungsstück: maritim, floral, graphisch, schlicht, bunt… und verschönere zum Beispiel Deinen Rocksaum ringsum damit. An einem Shirt kannst Du kleine Webbandstücke als Blickfang um die Saumkante schlagen und so gegebenenfalls kleine Malheure verstecken.

 

Spitzen / Borten

Genau wie die Webbänder eignen sich unterschiedliche Spitzen und Borten zur Aufhübschung von femininer Kleidung, die einfach auf den Saum genäht oder bereits beim Nähen des Saumes mit eingearbeitet werden. Das Repertoire reicht hier von Klöppelspitzen und Wäschespitzen über Bommelborten bis zu angesagten BoHo-Quasten. Sogar vorgefertigte Rüschenborten sind im Handel zu finden.

Für alle liebevollen Mädchen-Mamas gibt es fertige Schleifchen in allen Größen und Farben. Diese dezent an den Saum angebracht, lassen ein Kleidchen noch romantischer wirken und können auch einen kleinen Fleck oder ein kleines Löchlein verstecken. Hübsch sehen auch Schleifen aus Jerseynudeln aus, die vielleicht sogar aus dem gleichen Stoff, wie das Kleid sind. Befestigt werden die Schleifen am besten mit der Hand und nicht mit der Nähmaschine.

 

Häkelblumen

Hast Du unterschiedliche Handarbeiten schon einmal kombiniert? Mit Häkelblumen oder anderen Häkelmotiven geht das ganz wunderbar. Entweder häkelst Du selbst oder lässt häkeln. Farben, Formen und Größen sind auch hier ganz nach Deinen Wünschen möglich.

An diesem Kleid haben wir den Volant mit einer Flachnaht aus Bauschgarn angenäht. Unser Anfang und das Ende der Naht treffen unter der Häkelblume aufeinander. Leider wirkte die Naht nicht sauber geschlossen. Die Blume mit den darunter befestigten Jerseynudeln verdeckt nun die „unschöne Stelle“ und wirkt trotzdem wie gewollt und ist ein absoluter Blickfang.

SnapPap 

Seitdem es SnapPap in der Nähwelt gibt, wird dieses auch gerne zum Aufpeppen von Kleidungsstücken (oder auch Taschen) verwendet. Hier sind der Phantasie wieder keine Grenzen gesetzt. Um den Saum gelegt und einfach nur mit einem Geradstich festgesteppt, mit floralen oder maritimen Motiven bestempelt oder mit dem eigenen Label beplottet, SnapPap ist da sehr vielseitig. Du kannst es Dir in verschiedenen Größen und Formen zurechtschneiden. Sogar für den Plotter gibt es Vorlagen, um einen Aufnäher aus SnapPap für dein individuelles Kleidungsstück zu plotten. Die Farbvielfalt von SnapPap hält sich da zurzeit zwar noch in Grenzen, es kommen jedoch nach und nach neue Varianten auf den Markt. Auf dem Shirt mit den Tieren, haben wir mit zwei verschiedenfarbigen SnapPapp-Quadraten gearbeitet.

Ösen

Mit Snappapp arbeiten wir auch gerne, wenn wir Ösen verwenden wollen. Es stabilisiert den Stoff und verhindert das Ausreißen der Öse. Schau Dir mal die Öse an unserem Hoodie an. Sie ist gar nicht durch das Bündchen gedrückt, sondern nur in das SnapPap eingesetzt. So sieht man das Bündchen durch die Öse durch. Ösen gibt es mittlerweile in den schönsten Farben. Die Größe passt Du an dein Kleidungsstück an. Je breiter der Saum desto größer darf die Öse sein. Wir finden, Ösen sind eine schlichte Möglichkeit auch Hoodies oder Pullover von Jungs und Männern etwas aufzupeppen, ohne dabei gleich überladen zu wirken.

Um die Saumkante dieser Mütze in Szene zu setzen, haben wir eine weiße Öse in dunkelbraunes SnapPap gestanzt und dies eingeklappt angenäht. Einfach, schlicht, schön, mit dem gewissen Extra!

Knöpfe  

Statt Ösen eignen sich auch hervorragend Knöpfe, um Deinen Saum etwas hervorstechen zu lassen. Durch unterschiedliche Größen, Farben oder sogar Motive und in Kombination mit dem SnapPap oder einfach so angenäht, kannst Du tolle Akzente setzen. Vielleicht hat Deine Nähmaschine sogar ein Programm zum Annähen von Knöpfen, sonst wird der Knopf einfach per Hand angenäht.

 

Raffung 

Hast Du Deinen Saum schon einmal gerafft? Ein Kleid oder Shirt erhält dadurch eine ganz besondere Note. Sowohl am unteren Saum als auch am Ärmelsaum kannst Du die Raffung mit unterschiedlichen „Hilfsmitteln“ erzeugen.

Für eine schnell genähte und außen dekorative Variante lege den Saum ein wenig nach oben in Falten und nähe eine Spitze oder ein Webband um den Saum, so dass er gerafft bleibt. Schön kannst Du dieses bei unserem Kleid aus den upgecycelten lila Herrenhemden sehen (Bild in der Mitte).

Mit einem Gummiband oder, was sich noch eher eignet, einem Framilon-Band rafft sich der Saum wie von Zauberhand nach oben. Nähe das Band gedehnt mit einem Geradstich oder Zickzackstich von innen an. Tust Du es auf der Nahtzugabe der Seitennaht, sieht man die Naht nicht einmal auf der Vorderseite.

Für eine etwas aufwendigere Raffung, die aber optisch einiges her macht, nähen wir eine Art Tunnelzug auf die Innenseite des Kleidungsstückes. Die Vorderseite geht selbstverständlich auch, aber innen ist es unauffälliger. Lege einen breiteren Stoffstreifen auf die Seitennaht. Steppe diesen mittig im Nahtschatten der Seitennaht und an den äußeren Kanten mit einem dehnbaren Stich bei elastischen Stoffen oder einem Geradstich bei Webware fest. Ziehe ein Band oder eine Jerseynudel von unten nach oben durch die eine Seite des Tunnels und auf der anderen Seite wieder zurück. Jetzt kannst Du dein Kleidungsstück am Saum raffen, soweit Du magst. Eine Schleife fixiert Deine Raffung an der Saumkante (1. Bild).

 

Die bisher genannten Dekorationen lassen sich toll untereinander kombinieren. Einige Ideen findest Du auf unseren Bildern.  

Fazit

Nun sind wir am Ende unseres Themas “Säume”angekommen. Wir haben gelernt, dass wir unterschiedliche Saumarten mit den unterschiedlichsten Maschinen oder per Hand nähen können. Das Material spielt bei der Wahl des Saumes eine wichtige Rolle. Klar passieren uns allen auch mal Fehler. Einige sollte man vermeiden, andere kann man vielleicht noch “ausbügeln”. Aber eins ist sicher: Der Saum unterstützt den Stil unseres Kleidungsstückes und ist nicht einfach nur ein Abschluss. Für die individuelle Gestaltung stehen uns etliche Möglichkeiten zur Verfügung, die wir uns in den letzten Wochen angesehen haben. Überlegst Du schon, wie der Saum an Deinem nächsten Unikat aussehen soll?

In diesem Sinne:

Säume nicht Dein Leben, lebe Deinen Saum

Dein Courleys-Team