Der Abschluss eines jeden Kleidungsstückes – der Saum! Folge 1

Grundsaumarten, die jeder kennen muss

Moin Moin,

wir kennen alle die Situation – unser tolles neues Kleidungsstück aus dem aktuellen Lieblingsstoff ist fast fertig, wir können es kaum erwarten, es endlich zu zeigen, aber es fehlt „nur“ noch der Saum.

Und dieser kann ganz entscheidend für die Gesamtwirkung Deines Kleidungsstücks sein. Mit einem schiefen Saum kann man ein Kleidungsstück nämlich zerstören, genauso mit einem absolut unpassenden. Bei unserem neuen Monatsthema „Säume“ wollen wir uns mit der Vielfalt der Säume beschäftigen. Welche Säume gibt es überhaupt? Welche Maschinen kann ich nutzen, brauche ich unbedingt eine Cover? Was benötigen wir sonst noch dafür und woher wissen wir überhaupt, welches der richtige Saum für unser Kleidungsstück ist?

Mit all diesen Fragen befassen wir uns im April, und starten tun wir heute mit der Frage, wie viele und welche unterschiedlichen Saumarten es überhaupt gibt. Denn nur, wenn man die Säume mal gehört hat, denkt man überhaupt darüber nach, sie mal irgendwo zu nutzen. Hier erheben wir keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit ;O))

Kannst Du Dir vorstellen, dass es nicht weniger, sondern eher mehr als 20 unterschiedliche Säume gibt? Glaubst Du nicht? Schauen wir mal, was wir so finden. Wenn Du ergänzen möchtest, freuen wir uns immer über Emails oder Nachrichten…..

Saumvarianten

Grundsätzlich haben wir mehrere Möglichkeiten, einen Saum zu gestalten. Wir können ihn mit der Hand nähen. Das hört sich erstmal zeitraubend lange an – wer aber schonmal an einer Cover verzweifelt ist, weiss, dass es mitunter mit der Hand schneller gegangen wäre ;O))

Wir können den Saum mit der Nähmaschine nähen, wir können natürlich die Cover nutzen – aber wir können durchaus auch Säume mit der Overlock nähen. Neben dem Glauben, ein Geradstich der Nähmaschine wäre automatisch dehnbar, hält sich ebenfalls hartnäckig das Gerücht, zumindest lese ich es immer wieder, dass man mit der Overlock nicht säumen könne.

Nun, schauen wir mal auf die Saumarten….

Säume mit der Hand

Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Oma Ihre selbstgenähten Röcke gesäumt hat. Sie mochte nicht, dass man die Naht auf der Vorderseite sieht und hat deshalb alles mit der Hand genäht. Beim Handgenähtem Saum kommen Stiche wie der Überwendlingsstich, der Hexenstich oder der Leiterstich zum Einsatz. Diese Art zu säumen ist sicherlich sehr zeitraubend, kann aber bei einigen Kleidungsstücken und Stoffarten angebracht sein. Schau Dir hier mal das Beispiel an – da ist der gesamte Saum nur mit dem Oberstoff, dem Chiffon, nach innen auf der Viskose-Seite festgenäht, damit der Saum außen absolut blind ist, und auch durch die Doppelung nichts stockt und staucht oder aufliegt.

 

Sagt Dir der Name Saumband eigentlich was?

Damit erhalten wir den schnellsten Saum überhaupt. Die versäuberte Saumkante einfach einschlagen und einmal bügeln. Dann nur noch das Saumband dazwischen und mit dem Bügeleisen noch einmal kräftig drüber. Der Kleber vom Saumvlies verbindet die beiden Stoffe, so dass sie ganz ohne Nähen halten. Natürlich ist eine genähte Naht wesentlich haltbarer, aber wenn es einmal schnell gehen muss…

 

 

Säume auf der Nähmaschine

Die Nähmaschine wird gern von Nähanfängern genommen, aber natürlich nutzen auch Fortgeschrittene für bestimmte Saumarten die Nähmaschine.

Der einfach eingeschlagene Saum ist sicherlich der Weitverbreitetste und für Anfänger absolut geeignet. Bei ausfransenden Stoffen wie Webware kommen wir nicht umhin, diesen mit einem Zickzackstich oder mit der Ovi zu versäubern. Und dann heißt es: Umschlagen, Bügeln, Festnähen (auf der versäuberten Naht), fertig.

 

 

 

 

 

Eine Abwandlung wäre der abgekurbelte Saum, der ebenfalls einmal eingeschlagen wird, sich aber durch einen engen Zickzackstich auszeichnet. Den überstehenden Stoff können wir mit einer Applikationsschere kürzen.lte Saum, der ebenfalls einmal eingeschlagen wird, sich aber durch einen engen Zickzackstich auszeichnet. Den überstehenden Stoff können wir mit einer Applikationsschere kürzen.

 

 

 

 

Schlagen wir den Saum doppelt ein, so dass die Schnittkante „innen“ liegt, brauchen wir einen ausfransenden Stoff nicht versäubern. Es reicht mit einem Geradstich, Zickzackstich oder einem passenden Zierstich den Saum schmalkantig abzusteppen. Aber denkt dran, dass der Stich zum Stoff passt, egal ob einfach oder doppelt eingeschlagen. Ein dehnbares Shirt aus Jersey benötigt auch eine dehnbare Naht. Nähen wir mit der Zwillingsnadel, bleibt der Saum dehnbar und wir versäubern uns sogar gleichzeitig die Schnittkante. Sieht doch gleich sehr professionell aus! ;o)))

 

 

 

Doch auch ein Rollsaum, Muschelsaum oder ein gewellter Rollsaum ist mit der einfachen Nähmaschine möglich. Hilfreich ist ein spezielles Rollsaumfüßchen oder ein Tricotsäumer. Gerade bei dünnen Stoffen sieht diese Art von Saum sehr dekorativ aus. Schau hier auch gern mal auf unseren Schnitt „Pfirsichtop“. Das Hemdchen schließt mit dem Tricotsäumer ab, ein Traum.

Eine Möglichkeit, die sich super für Rockrundungen und Ausschnitte eignet, aber im Prinzip für alles, was stark gerundet ist, ist der Belegsaum. Er sorgt für Stabilität im Saum und verleiht dem Stoff einen gewissen Stand.

Für einen fast unsichtbaren Stich auf der Vorderseite unserer Kleidung nutzen wir am besten den Blindstich der Nähmaschine. Aber Vorsicht: Hier ist Übung gefragt.

 

Wie sieht es bei Kleidern und Röcken aus? Vielleicht für kleinere oder natürlich auch größere Mädels. Hast Du da schon mal mit Schrägband oder Spitze gearbeitet? Genau, die können wir mit unserer Nähmaschine annähen und haben dadurch einen besonderen Blickfang.

 

 

 

Säume mit der Cover

Wie wir eben gesehen haben, bräuchten wir zum Säumen doch gar keine Cover. Oder?

Doch gerade bei elastischen und dehnbaren Stoffen wie Jersey oder Sweat können die Covernähte von Vorteil sein. Sie sind belastungsfähiger und dehnen sich mit em Stoff mit. Das Rumzerren am Shirt, wie Kinder es gern machen, hält die Naht aus.

 

Genau wie bei der Nähmaschine schlagen wir den Saum einfach oder doppelt ein. Zum Absteppen haben wir die Wahl, ob mit 1, 2 oder 3 Nadeln genäht wird. Je nachdem, ob wir eine breite oder schmale Naht möchten, können wir hier variieren. Oder wir entscheiden uns zwischen einer Saumnaht von rechts oder von links, um einen dekorativen Saum zu erhalten und den Greifer vielleicht außen zu tragen – ein sportlicher Look. Großer Vorteil bei der Cover ist, dass wir unseren Stoff vorher nicht versäubern müssen. Wir sparen uns einfach einen weiteren Nähschrit

 

 

Tja, und wie machen wir den Saum an Unterwäsche, Bodys, Ausschnitten und Armlöchern? Dort ist es oft schwierig mit der Saumzugabe. Die Lösung heißt Einfasser. Mit Bündchenstoff oder Jerseystreifen lassen sich diese schnell und einfach säumen. Zu jeder Cover gibt es entsprechende Einfasser in unterschiedlichen Breiten und Arten. Mein absolutes Highlight ist der Doppelfaltschrägbinder mit Rechen. Allein die Bezeichnung lässt viele davor zurückschrecken. Doch alles halb so wild! Beschäftige Dich einmal richtig damit und Du wirst ihn nicht mehr missen wollen. Wir bieten hierzu ja auch regelmäßig in der Kategorie „Live-Online“  Kurse an. Die Streifen schneiden wir uns mit dem Rollschneider, Lineal und Schneidematte in der richtigen Größe zu, genäht wird meistens mit 2 Nadeln, die natürlich zu unserem Stoff passen, oder auch dem Kettstich. Die Einfasser werden an unserer Cover festgeschraubt, so dass auch ja nichts verrutschen kann. Stoff dazwischen klemmen und los geht’s. Nach etwas Übung wird Dich das Ergebnis sicherlich überzeugen.

 

Säume auf der Overlock

Und wie kann man nun mit der Overlock säumen? Geht das wirklich? Ja, das geht. Ganz super sogar!

 

Einen Rollsaum mit der Overlock kennt sicherlich jeder. Linke Nadel raus und dann die Einstellungen an der Overlock auf Rollsaum einstellen. Wer es etwas verspielter mag, näht diesen gleich als gewellten Rollsaum. Die Wellen entstehen durch dehnen bzw. ziehen am Jersey. Oder wir spielen mit dem Differential und stellen diesen weiter runter. Sätze, wie „Meine Nähmaschine kann das nicht!“ oder „Den bekomme ich mit meiner Maschine nicht hin“, gibt es nicht! Mit jeder Overlock kann man einen gerollten Saum zaubern. Man muss nur wissen, wie.;o)))

 

 

 

 

Das gleiche Spiel haben wir mit dem Wellensaum (Wavenaht als Rollsaum), der perfekt für dekorative Abschlüsse ist. Wer hier bei unserem letzten Monatsthema zu den Farben aufgepasst hat, kann mit zwei Garnfarben interessante Effekte erzielen. Nähen können wir den allerdings  mit einigen Babylockmaschinen mit Wechselmotor, ooooder mit wahnsinnig viel Fingerspitzengefühl und Stiche zählen auf einer Nicht-Babylock. Aber ich versichere Dir – das wird niemals so schön und gleichmäßig wie auf einer babylock, die das aus einer Automatik heraus macht.

 

 

 

Den Picot-Stich sollten wir nicht unterschlagen. Er gehört auch zur Familie der Rollsaumnähte und wird für Kantenabschlüsse z.B. bei Dessous oder Seientüchern verwendet.

 

 

Doch stell Dir vor: Schnitt und Stoff liegen vor Dir. Nur ein passendes Bündchen ist einfach nicht aufzutreiben. Was tun? Wie wäre es mit einem faulen Bündchen? Dazu müssen wir beim Zuschnitt lediglich die Saumlänge an der entscheidenden Stelle verlängern. Nähen können wir mit einem 4-fädrigen Stich oder dem Flatlockstich. Letzterer sieht nicht nur mega aus, er eignet sich auch perfekt fürs Annähen einer Spitze.

 

 

 

 

Zu guter Letzt haben wir für unseren Saumabschluss noch unsere einfache, offene Overlocknaht. Sie versäubert unseren Stoff und kann mit Decorgarnen ein echter Blickfang sein. Vielleicht seid Ihr bei unserem Online-Kurs „Das Tuch x3 mit perfekter Ecke und Abschluss“ dabei gewesen und habt gesehen, wie sauber und schnell genäht so ein Abschluss ist.

 

 

 

Fazit

Ein Wahnsinn, wie viele verschiedene Alternativen es gibt, einen Saum zu nähen. Durch die unterschiedlichen Saumvarianten haben wir vielfältige Gestaltungmöglichkeiten, unsere Kleidung ganz individuell aussehen zulassen. Der Saum kann den Stil unterstützen, ob in eleganter Weise, locker, kindlich, feminin oder sportlich. Es ist halt doch nicht einfach nur ein Abschluss eines Kleidungsstückes, sondern ein ganz entscheidendes Element bei dem Erstellen eines Unikats.

In den nächsten Woche schauen wir detaillierter auf die einzelnen Saumarten

 

Bis bald ;o)))

Dein Courleys-Team

 

Die erwähnen Techniken findest Du hier unten als Videos verlinkt, je nachdem, was Dich interessiert oder Du gerade für ein Projekt benötigst

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Videotutorial & Schnittmuster „Pfirsichtop-Hemdchen“

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Videotutorial „Besser nähen mit der Overlock Teil 1“

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Videopaket “Flatlock Special für Overlocker mit Fadenspannungen”

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Videotutorial „Der Rollsaum auf der Overlock“

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