Farben kombinieren Folge 4

Farben kombinieren, Teil 4

Zu jedem Anlass die richtige Farbe finden

Geschichte

Ich möchte natürlich nicht in den Bereich Dresscode abschweifen in meinen Recherchen zu den Farben. Aber wusstet Ihr, dass der Dresscode quasi schon im Mittelalter begann? Damals hatte man sich strikt nach sozialem Status zu kleiden. Adlige und Geistliche durften fast alles tragen, vor allem aber edle Materialien wie Pelz, Gold oder Seide. Umso einfacher der Stand, umso einfacher die Materialien. Mitunter wurde der Dresscode sogar per Gesetzeserlass geregelt. 1495 entstand in Deutschland die Reichskleiderordnung, die genau vorschrieb, was man tragen durfte – und was es zu kosten hatte!!!! Ist das nicht verrückt???? Da beschweren sich heute so viele über sovieles, und damals durfte noch nicht mal frei entschieden werden, was man anziehen wollte!! Im Vergleich zu heute wusste man im Mittelalter also sehr genau, was man anziehen konnte…. Und was eben nicht.

Die heutige Mode

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wechselte die Mode deutlich schneller und wurde schon lange nicht mehr gesetzlich geregelt, und so wollte man sich nicht mehr kleiden wie vorgeschrieben, sondern nach modischen Vorbildern. Trotzdem mussten Regeln her, die von allen verstanden wurden, auch jenen, die nicht mit der Mode gehen wollten.

Casual, Smart Casual und Business

Also wurden Verständnisse geschaffen, die unabhängig von der Mode waren, und trotzdem deutlich erkennbar wurden. So entstand der Look „Casual“. Bedeuten tut es, dass man tragen darf, worin man sich wohlfühlt, was aber trotzdem nicht zu sexy und zu locker ist. Couchmode also ja, kürzeste Röckchen nein. Smart Casual oder auch Business Casual liegt irgendwo zwischen leger und elegant, und besagt im Grund „no tie – no jeans“, also keine Jeans, aber auch keine Kravatte. Business oder Business Formal ist natürlich Anzug oder Hosenanzug, smarter Rock, und alles bitte in gedeckten Farben……. Und damit sind wir zurück im Rennen mit unseren Farben, denn eine Bankangestellte im pinken Hosenanzug trägt zwar einen Hosenanzug, aber die Farbe pink entfernt den Anzug aus der Bank. Sie ist eigentlich richtig angezogen, und dennoch farblich falsch. Denn hier merkt man deutlich – umso höher die Position, desto formeller das Styling – zumindest in einer Bank oder einer Versicherung. Die heutige Tech-Industrie hat die alten Regeln ausgehebelt, und ein Firmenchef im hellgrünen Anzug gilt nicht mehr als irre, sondern als Freestyler, als Freigeist, als unkonventionell und innovativ. Aber der Gedanke an das grün bleibt. Wir behalten den grünen Anzug im Kopf – eben weil er anders war, vielleicht ein Stück weit unpassend, auf jeden Fall aber unerwartet.

Vom Bankwesen zum Babytreff

Wer schonmal im abgetünchten weissen Sommerkleid zu einem Babytreff aufgekreuzt ist, und mag das Kleid auch noch so „casual“ sein, liegt farblich irgendwie daneben, denn einen Schokokuchen später… na ja, ihr wisst schon!

Man merkt, die richtige Farbwahl ist elementar zum richtigen Event. Wer auffallen möchte, kann dies schon nur mit der Wahl der „richtigen“, bzw eben falschen Farbe erreichen, wer elegant wirken möchte, ebenfalls.

Was hat Psychologie mit Farbe zu tun?

All die Assoziationen die wir zu Farben haben liegen in der Farbpsychologie begründet. Die sind wir uns international einig, dass Rot die Farbe der Liebe ist. Aber Moment mal…sagt man nicht auch Rot sei eine Farbe für Aggressivität? Wie geht das denn? Ganz einfach, man muss Farben in solchen Fällen nicht allein betrachten. Kombiniere ich ein Rot mit Rosa oder Weiß wirkt es eher lieblich, nehme ich als Kombifarbe aber Schwarz wirkt es ganz anders und eher aggressiver. Farben beeinflussen sich also immer gegenseitig. Nicht nur in ihrer Farbe an sich (ihr erinnert euch…Farbstich) sondern auch in ihrer Wirkung. Ich lasse euch mal eine kleine Tabelle da, mit den gängigsten Bedeutungen von Farben.

Farbe

Assoziationen, Gefühle

Rot Blut – Feuer – Energie – Wärme – Liebe – Leidenschaft – Erotik – Sünde – Gefahr – Sozialismus, Kommunismus, Revolution – Leben – Freude – Scham – Zorn –   Politik: Links – China: Glück – Signalfarbe: verboten, stopp, negativ
Grün Gras – Natur – Unreife – Gift – Ökologiebewegung – Hoffnung – Frieden – auf Fahnen: Islam – Frische – Signalfarbe: erlaubt, vorhanden, Start, OK
Blau Wasser – Himmel – Freiheit – Adel – Ferne – Sehnsucht – Treue – Beständigkeit – Mäßigkeit – Israeliten: Gott, Himmel, Glauben, Offenbarung – Harmonie – Ausgeglichenheit – Ruhe
Gelb Zitrone – Frische – Fröhlichkeit – Lebensfreude – Lebenskraft – Liberalismus – Neid – Hass – Eifersucht
Goldgelb Sonne – Reichtum – Freude
Orange Orange – Erfrischung – Fröhlichkeit
Braun Lehm – Erde – Gemütlichkeit – Nationalsozialismus
Violett Frauenbewegung – Mystisch – Alter – Trauer – Entsagung – Würde  – – Katholiken: Buße
Weiß Unschuld – Reinheit – Medizin – Neutral – Katholiken/Israeliten: Heiligkeit – Trauer (Asien, besonders China)
Grau Maus – Farblosigkeit – Neutralität – unauffällig
Schwarz Asche – Tod – Konservatismus – Macht – Trauer – Bosheit – unerlaubter Handel/Arbeiten – Kirche: Orthodox, besonders Katholizismus – Anarchie – Leere – Weltraum

Das war s mit unserem spanneden Bericht zum Thema “Farben und Farben kombinieren”. Gerade in unserem tollen Tehma NÄHEN begegnet uns natürlich immer die Frage – was kombiniere ich dazu, passt dieses Band oder passt dieser Kombistoff. Ich hoffe, Du siehst jetzt ein bisschen klarer, weißt ein bisschen besser über Farben und deren Konstellationen Beschied, und ich freu mich schon auf das Thema des nächsten Monats ;o)))

Bei diesem und bei dem letzten Bericht freue ihc mich sehr, Unterstützung erhalten zu haben von Kati ;o)) Hab zig tausend Dank, meine Liebe! Kati hat Druck- und Medientechnologie studiert und unetrrichtet alles mögliche im Bereich Medien / Gestaltung (das sind Ihre Worte, nicht meine ;O)))) Ich danke Dir, wer mal bei Ihr reinschauen mag, findet Ihren Insta-Account

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